27. Sep­tem­ber 2022

Torsten Welling (CDU): Kinderschutz muss Priorität haben – Anhörung bestätigt Position der CDU-Landtagsfraktion

Kin­der­schutz muss Prio­ri­tät haben. Es gibt kei­nen Grund unse­rem Gesetz­ent­wurf die Zustim­mung zu ver­wei­gern“, so Tors­ten Wel­ling CDU-Obmann im Gesund­heits­aus­schuss, nach der Sach­ver­stän­di­gen­an­hö­rung zu der von der CDU-Lan­d­­tags­­­frak­­ti­on vor­ge­schla­ge­nen Ände­rung des Heil­be­rufs­ge­set­zes. Nach der gel­ten­den Rechts­la­ge ist es Ärz­tin­nen und Ärz­ten, die einen hin­rei­chen­den Ver­dacht auf Kin­des­miss­hand­lung haben, grund­sätz­lich nicht erlaubt, sich über ihre Befun­de inter­kol­le­gi­al aus­zu­tau­schen. Not­wen­dig ist dafür das Ein­ver­ständ­nis der Erzie­hungs­be­rech­tig­ten und damit mög­li­cher­wei­se der Täter. Das will die CDU-Lan­d­­tags­­­frak­­ti­on ändern und dabei die vom Bun­des­ge­setz­ge­ber mit der Ände­rung des Geset­zes zur Koope­ra­ti­on und Infor­ma­ti­on im Kin­der­schutz für die Län­der geschaf­fe­ne Befug­nis nutzen.

Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Wel­ling dazu wei­ter: „Es ist offen­kun­dig, dass hier Rege­lungs­be­darf besteht. Ärz­tin­nen und Ärz­te müs­sen sich bei hin­rei­chen­dem Ver­dacht auf Kin­des­miss­hand­lung unter­ein­an­der aus­tau­schen dür­fen, ohne straf­recht­li­che Fol­gen befürch­ten zu müs­sen. Kin­der sind hilf- und wehr­los. Gera­de sie bedür­fen unse­res beson­de­ren Schutzes.

In der Anhö­rung am ver­gan­ge­nen Frei­tag im Gesund­heits­aus­schuss hat unser Gesetz­ent­wurf von den exter­nen Exper­ten brei­te Unter­stüt­zung erfahren:

  • Katha­ri­na Eibl, Ärz­te­kam­mer Nord­rhein: ‚Der Gesetz­ent­wurf … ist begrü­ßens­wert … Die Vor­schrift dient … dem ernst­haf­ten Bemü­hen um einen für­sorg­li­chen Kinderschutz‘.
  • Rai­ner Koch, Kin­der­schutz­fach­kraft: ‚Die ange­streb­te Ände­rung des Heil­be­rufs­ge­set­zes ist ein Schritt zur Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on der Ärz­te und zur Bekämp­fung von Miss­hand­lun­gen (und) ist unbe­dingt zu befürworten.‘
  • Katha­ri­na Ket­te­ler, Kin­der­kli­nik Gel­dern: ‚Ich begrü­ße die Geset­zes­in­itia­ti­ve aus­drück­lich und sehe dar­in eine gro­ße Chan­ce, den Kin­der­schutz effek­ti­ver zu gestalten.‘
  • Ralf Kow­natz­ki, FA Kin­der und Jugend­me­di­zin: ‚Die vor­ge­schla­ge­ne Ände­rung … zum Heil­be­rufs­ge­setz … befür­wor­ten wir. Mit der anste­hen­den Nor­mie­rung (wird) ein seit lan­gem gefor­der­ter, not­wen­di­ger Schritt voll­zo­gen. Er gibt Ärz­ten die not-wen­­di­­ge Rechts­si­cher­heit, um zukünf­tig gemein­sam Kin­der bes­ser zu schützen.‘
  • Simo­ne Wel­ler, Weis­ser Ring: ‚Es ist unbe­dingt erfor­der­lich, dass sich bei Ver­dacht einer Kin­der­miss­hand­lung die jewei­li­gen Per­so­nen unter­ein­an­der aus­tau­schen können.‘

Auf die­ser Basis erwar­ten wir eine zügi­ge Bera­tung und Ver­ab­schie­dung des Geset­zes. Wir haben kei­ne Zeit zu ver­lie­ren. Es geht dar­um, Kin­der und Jugend­li­che mög­lichst schnell effek­ti­ver vor Miss­hand­lung und der furcht­ba­ren gera­de auch psy­chi­schen Fol­gen zu schüt­zen. Dazu muss die Lan­des­re­gie­rung ihre ange­deu­te­ten klei­ne­ren Ände­rungs­vor­schlä­ge zu unse­rem Geset­zes­ent­wurf kurz­fris­tig vor­le­gen. Dann kann die Ände­rung des Heil­be­rufs­ge­set­zes noch in die­sem Jahr im Sin­ne der Kin­der in Kraft tre­ten. Das Ein­brin­gen eines eige­nen Geset­zes­vor­schla­ges ver­zö­gert den Pro­zess in unnö­ti­ger Weise.“