5. März 2026

Moskopp: Landesregierung bremst die Umsetzung moderner Verwaltungsgänge seit Jahren aus

Die IHK-Arbeits­­ge­­mein­­schaft Rhein­­land-Pfalz hat jetzt ihre Digi­ta­li­sie­rungs­um­fra­ge vor­ge­stellt. An der Erhe­bung haben laut IHK Koblenz 189 Unter­neh­men aller Grö­ßen und Bran­chen teil­ge­nom­men. Wirk­lich unzu­frie­den sind die Befrag­ten offen­sicht­lich mit der schlep­pen­den Digi­ta­li­sie­rung von Ver­wal­tungs­vor­gän­gen sowie der Umset­zung des Online­zu­gangs­ge­set­zes (OZG). Dazu erklärt der Spre­cher der CDU-Lan­d­­tags­­frak­­ti­on für Digi­ta­li­sie­rung und Trans­for­ma­ti­on, Peter Moskopp:

 „Die befrag­ten Unter­neh­men legen den Fin­ger in die digi­ta­le Wun­de der Lan­des­re­gie­rung – das dürf­te beson­ders Digi­ta­li­sie­rungs­mi­nis­te­rin Schall weh­tun. Anstatt alles, was digi­ta­li­siert wer­den kann, zu digi­ta­li­sie­ren und alles, was ver­netzt wer­den kann, zu ver­net­zen, ver­schla­fen Frau Schall und die Lan­des­re­gie­rung die Digi­ta­li­sie­rung. Rhein­­land-Pfalz steckt im Digi­ta­len Tief­schlaf. Seit Jah­ren bremst die Lan­des­re­gie­rung die Umset­zung moder­ner Ver­wal­tungs­gän­ge aus. Die ers­te Pha­se der Umset­zung des Online­zu­gangs­ge­set­zes (OZG) war ein Rohr­kre­pie­rer und das Roll-Out des OZG 2.0 klappt auch nicht rei­bungs­los. Für die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Stand­orts Rhein­­land-Pfalz braucht die Lan­des­re­gie­rung end­lich einen Bewusstseinswandel. 

Wäh­rend die Lan­des­re­gie­rung noch im Sep­tem­ber 2025 eine angeb­lich gut gesteu­er­te ‚Erfolgs­ge­schich­te der Ver­wal­tungs­di­gi­ta­li­sie­rung‘ prä­sen­tier­te, offen­bart sich nun ein digi­ta­les Durch­ein­an­der: Nur rund ein Drit­tel der Leis­tun­gen ist online ver­füg­bar – oft nur punk­tu­ell und nicht lan­des­weit. Pro­jekt­cha­os, feh­len­de Steue­rung und teu­re Abhän­gig­kei­ten von exter­nen Bera­tern haben Mil­lio­nen gekos­tet, ohne den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern und auch Unter­neh­mern spür­bar zu hel­fen. Allei­ne der Ein­satz eige­nen Per­so­nals statt exter­ner Bera­ter hät­te laut Rech­nungs­hof 19 Mil­lio­nen Euro dem Steu­er­zah­ler gespart.

Beson­ders ent­lar­vend ist daher der Wider­spruch zwi­schen den voll­mun­di­gen Regie­rungs­ver­laut­ba­run­gen und dem tat­säch­li­chen Stand der Umset­zung. Wäh­rend vie­le von uns zu Hau­se smart leben und in klei­nen und gro­ßen Unter­neh­men vie­le Dienst­leis­tun­gen nahe­zu voll­kom­men digi­tal erle­digt wer­den, ver­weilt die Lan­des­re­gie­rung im Zeit­al­ter des Faxes“, spitzt Mos­kopp zu und erläu­tert abschließend:

Übri­gens: Das The­ma ‚Digi­ta­li­sie­rung‘ – somit auch das OZG – stand lan­ge Jah­re in direk­ter Ver­ant­wor­tung des jet­zi­gen Minis­ter­prä­si­den­ten. Mit Blick auf das Online­zu­gangs­ge­setz hät­ten wir uns daher von der SPD-Lan­­des­­re­­gie­rung eine viel stär­ke­re Hands-on-Men­­ta­­li­­tät gewünscht!“