Pflegekammer-Befragung wirft grundlegende Fragen auf
Die für 2026 geplante Mitgliederbefragung zur Zukunft der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz sorgt weiterhin für Kritik. Zwei Kleine Anfragen der CDU-Landtagsabgeordneten Anette Moesta sowie weiterer CDU-Abgeordneter zeigen erhebliche Zweifel an Teilnehmerkreis, Methodik, Transparenz und Zielsetzung der Erhebung. Die Antworten der Landesregierung fallen aus Sicht von Anette Moesta ernüchternd aus.
Wie aus der Antwort des Gesundheitsministers hervorgeht, soll die Befragung ausschließlich vollständig registrierten Pflichtmitgliedern sowie freiwilligen Mitgliedern der Pflegekammer offenstehen. Nicht registrierte Pflegekräfte können nicht teilnehmen. „Das ist ein zentrales Problem“, erklärt Anette Moesta, seniorenpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion. „Ein erheblicher Teil der Pflegekräfte ist derzeit nicht bei der Kammer registriert. Wer diese Gruppe von vornherein ausschließt, erhält kein vollständiges Meinungsbild zur Zukunft der Pflegekammer. Denn genau diese Kräfte sind gegen die verpflichtende Kammer.“
Auch die Durchführung der Befragung sorgt für Kritik. Nach Angaben der Landesregierung liegt die Planung und Umsetzung in der Verantwortung der Pflegekammer selbst. Eine externe wissenschaftliche oder unabhängige Begleitung ist nicht vorgesehen. „Es ist zumindest ungewöhnlich, dass eine Institution über ihre eigene Zukunft abstimmen lässt und die Befragung selbst organisiert“, so Anette Moesta. „Gerade in einer Situation, in der es seit Jahren deutliche Kritik und Vertrauensverlust gibt, wäre eine externe, unabhängige Durchführung das deutlich stärkere Signal gewesen.“ Die Landesregierung verweist darauf, dass eine Zuordnung der Antworten zu einzelnen Mitgliedern technisch und organisatorisch ausgeschlossen sein soll. Gleichwohl bestehen bei vielen Pflegekräften weiterhin Sorgen, ob ihre Teilnahme tatsächlich ohne Nachteile bleibt. Für Anette Moesta steht unabhängig vom Ausgang der Befragung fest: „Ein einfaches ‚Weiter so‘ kann es nicht geben. Die verpflichtende und beitragspflichtige Mitgliedschaft hat erkennbar nicht die notwendige Akzeptanz bei einem erheblichen Teil der Pflegekräfte erreicht. Die Beschwerden aus der Praxis sind zahlreich und nachvollziehbar.“
Die CDU-Landtagsfraktion spricht sich deshalb weiterhin für eine grundlegende Reform aus. „Wir brauchen eine zentrale Interessenvertretung für die Pflege – aber auf freiwilliger Basis. Zwangsmitgliedschaften mit finanzieller Belastung lehnen wir ab. Andere Bundesländer, etwa Bayern, zeigen, dass es auch anders geht.“ Zugleich sieht Anette Moesta strukturellen Handlungsbedarf: „Die Pflegepolitik in Rheinland-Pfalz ist derzeit auf mehrere Ressorts verteilt. Angesichts der enormen Herausforderungen braucht es eine stärkere Bündelung der Zuständigkeiten unter einem Dach.“ Abschließend betont sie: „Wir haben uns als erste Fraktion klar für Freiwilligkeit und gegen Zwangsgebühren ausgesprochen. Die Pflegekräfte verdienen Respekt, echte Mitsprache und transparente Verfahren – keine Befragung mit Fragezeichen.“
