12. Janu­ar 2026

Kreistagsfraktion begrüßt parteiübergreifenden Beschluss über eine Resolution zur finanziellen Situation der Kommunen: “So kann es nicht weitergehen!”

Eigent­lich ist es ganz ein­fach: „Wer bestellt, der bezahlt.“ In der Poli­tik wird dies als Kon­ne­xi­täts­prin­zip bezeich­net. Die Ebe­ne, die eine Auf­ga­be beschließt und über­trägt soll auch die Kos­ten dafür tra­gen, wenn die Auf­ga­be an eine unter­ge­ord­ne­te Ebe­ne (z.B. Land­kreis) wei­ter­ge­ge­ben wird. In der letz­ten Kreis­tags­sit­zung hat sich der Kreis­tag nicht nur mit dem Haus­halts­plan für das Jahr 2026 beschäf­tigt, son­dern auch mit der grund­sätz­li­chen Situa­ti­on: Fakt ist: Die Haus­halts­la­ge des Land­krei­ses May­en-Koblenz hat sich dra­ma­tisch ver­schlech­tert und nach den Pla­nun­gen für die Haus­halts­fol­ge­jah­re bis 2029 ver­schlim­mert sich die Haus­halts­la­ge jähr­lich. In den Vor­be­spre­chun­gen des Haus­halts­plan­ent­wurfs 2026 kam der Gedan­ke, dass der Kreis­tag sich mit einer Reso­lu­ti­on an Bund und Land wen­det und ins­be­son­de­re auf die erwähn­te Kon­ne­xi­tät hinweist.

Dass es so, wie bis­lang gesche­hen, nicht wei­ter­ge­hen kann, beton­te auch Jörg Lem­pertz, der als stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der für die CDU-Kreis­­tags­­frak­­ti­on zu dem The­ma sprach: “Unse­re Kom­mu­nen – Städ­te, Gemein­den, Ver­bands­ge­mein­den, Land­krei­se – bil­den das Fun­da­ment unse­res Staa­tes. Hier wer­den Kitas betrie­ben, Schu­len saniert, Bus­se orga­ni­siert, Wirt­schafts­för­de­rung betrie­ben, Sozi­al­leis­tun­gen aus­ge­zahlt und Inte­gra­ti­on gelebt. Hier tref­fen die staat­li­chen Auf­ga­ben die Men­schen unmit­tel­bar. Und genau die­ses Fun­da­ment ist ins Wan­ken gera­ten”, so Lem­pertz. Er beton­te, dass der Lan­des­rech­nungs­hof dies belegt: Allein 2024 hat­ten die Kom­mu­nen in Rhein­­land-Pfalz ein Defi­zit von 625 Mil­lio­nen Euro – das zweit­höchs­te seit dem Jahr 2010. 39 Pro­zent aller Kom­mu­nen konn­ten ihre Kas­sen nicht aus­glei­chen, dar­un­ter fast alle kreis­frei­en Städ­te und fast alle Landkreise.

Der Land­kreis May­en-Koblenz steht exem­pla­risch hier­für: Wir steu­ern 2026 auf ein his­to­ri­sches Defi­zit von über 23 Mil­lio­nen Euro zu. Allein im Sozi­al- und Jugend­hil­fe­be­reich stei­gen unse­re Kos­ten um zwei­stel­li­ge Pro­zent­wer­te – ohne dass das Land bei der Gegen­fi­nan­zie­rung auch nur annä­hernd mit­hält. Die Sche­re zwi­schen Pflicht­auf­ga­ben und Finan­zie­rung klafft immer wei­ter aus­ein­an­der.”, so Lem­pertz. Der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof habe 2020 fest­ge­stellt, dass der kom­mu­na­le Finanz­aus­gleich über vie­le Jah­re ver­fas­sungs­wid­rig war. “Doch fünf Jah­re spä­ter stel­len wir fest: Es hat sich viel zu wenig geän­dert. Wir erle­ben täg­lich, was pas­siert, wenn neue Stan­dards ein­ge­führt wer­den – bei Kitas, bei der Ein­glie­de­rungs­hil­fe, beim ÖPNV, bei der Schü­ler­be­för­de­rung – aber die Finan­zie­rung nicht Schritt hält. Das ist kein abs­trak­tes Pro­blem, es schränkt unse­re Hand­lungs­fä­hig­keit kon­kret ein”, so der stell­ver­tre­ten­de Fraktionsvorsitzende.

Die Reso­lu­ti­on des Land­krei­ses May­en-Koblenz bringt das Wesent­li­che auf den Punkt: Sie for­dert eine Neu­be­rech­nung der Min­dest­be­dar­fe, eine Nach­fi­nan­zie­rung der letz­ten Jah­re, die Kor­rek­tur von Ver­stö­ßen gegen das Kon­ne­xi­täts­prin­zip und eine deut­li­che Unter­stüt­zung bei sozi­al­recht­li­chen Auf­ga­ben. “Wir ver­lan­gen kei­ne zusätz­li­chen Geschen­ke: Wir ver­lan­gen nur die ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Finan­zie­rung der Auf­ga­ben, die uns über­tra­gen wur­den. Und das unbe­dingt auch auf dem Kla­ge­weg, den die Kreis­ver­wal­tung in den nächs­ten Wochen vor­be­rei­ten möge. Das unter­mau­ert die Ernst­haf­tig­keit unse­rer gemein­sa­men For­de­rung! Es ist Schluss mit lus­tig!”, so Lempertz.

Die Reso­lu­ti­on, über deren Bei­tritt wir heu­te bera­ten, ist kein sym­bo­li­scher Akt. Sie ist ein not­wen­di­ges, über­fäl­li­ges Signal an das Land Rhein­­land-Pfalz und den Bund: So kann es nicht wei­ter­ge­hen!”, so Jörg Lem­pertz zum Abschluss sei­ner Rede. Die CDU-Kreis­­tags­­frak­­ti­on begrüßt, dass der ent­spre­chen­de Beschluss im Kreis­tag ein­stim­mig gefasst wur­de: “Unser Beschluss stärkt alle Kom­mu­nen in Rhein­­land-Pfalz. Und er sen­det ein star­kes Signal.”