14. Dezem­ber 2025

Anette Moesta: „Zwangsmitgliedschaft in der Pflegekammer ist der falsche Weg“

Die Ankün­di­gung einer lan­des­wei­ten Mit­glie­der­be­fra­gung in der Pfle­ge­kam­mer Rhein­­land-Pfalz sorgt für Dis­kus­sio­nen. Die CDU-Lan­d­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­te Anet­te Moes­ta begrüßt zwar grund­sätz­lich die Idee, die Pfle­ge­kräf­te ein­zu­bin­den, zwei­felt aber an der tat­säch­li­chen Offen­heit und Ernst­haf­tig­keit des Vor­ha­bens: „Nach fast zehn Jah­ren Arbeit der Pfle­ge­kam­mer herrscht in Rhein­­land-Pfalz gro­ßer Unmut unter den Pfle­ge­kräf­ten – das höre ich auch in Gesprä­chen mit Pfle­gen­den in Ein­rich­tun­gen bei uns im Land­kreis May­en-Koblenz immer wie­der“, so Anet­te Moes­ta. „Dass nun end­lich eine Befra­gung ange­kün­digt wird, ist rich­tig – aber sie darf kei­ne Ali­­­bi-Akti­on sein. Wenn die Lan­des­re­gie­rung im Vor­feld bereits fest­legt, dass an der Zwangs­mit­glied­schaft nicht gerüt­telt wird, ist das Ergeb­nis schon vorgezeichnet.“

Die senio­ren­po­li­ti­sche Spre­che­rin der CDU-Lan­d­­tags­­frak­­ti­on for­dert, dass die Umfra­ge trans­pa­rent, anonym und wirk­lich ergeb­nis­of­fen durch­ge­führt wird: „Pfle­ge­kräf­te müs­sen sicher sein, dass ihre Ant­wor­ten ver­trau­lich behan­delt wer­den und kei­ne Rück­schlüs­se auf ein­zel­ne Per­so­nen mög­lich sind. Alles ande­re wäre ein Schlag ins Gesicht jener, die täg­lich unter hohem Druck für ande­re Men­schen da sind.“

Aus Sicht von Anet­te Moes­ta braucht es end­lich einen neu­en Umgang mit der Pfle­ge in Rhein­­land-Pfalz: „Pfle­ge­kräf­te ver­die­nen Wert­schät­zung, fai­re Arbeits­be­din­gun­gen und ech­te Mit­spra­che – nicht Zwang und Büro­kra­tie. Die Men­schen in der Pfle­ge tra­gen mit ihrer Arbeit unse­re Gesell­schaft. Sie brau­chen Unter­stüt­zung, kei­ne zusätz­li­chen Belastungen.“

Ein beson­de­res Anlie­gen ist Anet­te Moes­ta auch der Aus­tausch mit den Pfle­gen­den vor Ort: „In den Pfle­ge­ein­rich­tun­gen in Ander­nach, Men­dig oder der Pel­lenz erle­be ich, mit wie viel Herz­blut und Pro­fes­sio­na­li­tät die Men­schen ihrer Arbeit nach­ge­hen. Sie ver­die­nen es, gehört zu wer­den – nicht bevormundet.“

Die CDU-Frak­­ti­on im Land­tag for­dert des­halb eine grund­le­gen­de Reform: Die Mit­glied­schaft in der Pfle­ge­kam­mer soll frei­wil­lig sein – so wie in ande­ren Bun­des­län­dern auch. Zudem müs­se das Land wie­der einen Teil der Kos­ten über­neh­men und damit Ver­ant­wor­tung übernehmen.

Pfle­ge braucht Ver­trau­en und Ver­läss­lich­keit“, betont Anet­te Moes­ta abschlie­ßend. „Wir dür­fen die Men­schen in der Pfle­ge nicht mit Büro­kra­tie und Zwangs­bei­trä­gen allein­las­sen – son­dern müs­sen end­lich die Vor­aus­set­zun­gen schaf­fen, damit sie ihren Beruf mit Stolz und Freu­de aus­üben können.“