20. Sep­tem­ber 2025

Anette Moesta: „Zwangsmitgliedschaft und neue Belastungen sind nicht tragbar“

Die Kri­tik an der Lan­des­pfle­ge­kam­mer Rhein­­land-Pfalz wächst – nach fast zehn Jah­ren bestehen die zen­tra­len Pro­ble­me fort. Bei Demons­tra­tio­nen in Mainz, Trier, Koblenz und dem­nächst in Kai­sers­lau­tern machen Pfle­ge­kräf­te ihrem Unmut Luft. Auch die CDU-Lan­d­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­te Anet­te Moes­ta, die in der CDU-Frak­­ti­on an die­sem The­ma gear­bei­tet hat, for­dert ein Umsteu­ern: „Schrift­li­che Wider­sprü­che von Mit­glie­dern blei­ben unbe­ant­wor­tet, ein Groß­teil der Pfle­ge­fach­kräf­te ist gar nicht regis­triert und wird nach Jah­ren mit Nach­for­de­run­gen kon­fron­tiert – und selbst aus­ge­schie­de­ne Pfle­ge­kräf­te sol­len Bei­trä­ge zah­len.  All das zeigt: Die Kam­mer hat die Akzep­tanz der Pfle­ge­kräf­te nicht gewon­nen“, erklärt Anet­te Moesta.

Beson­ders kri­tisch sieht sie, dass die Pfle­ge­kräf­te nach 10 Jah­ren kei­nen Mehr­wert erken­nen, dies ist für Anet­te Moes­ta erschre­ckend. Die CDU-Poli­­ti­ke­rin hat mit vie­len Pfle­ge­kräf­ten gespro­chen und für sich fest­ge­stellt, dass Pfle­ge­wis­sen­schaft­ler eine Pfle­ge­kam­mer posi­tiv sehen, Pfle­ge­kräf­te jedoch nicht. “Die von der Kam­mer ab 1. Juli 2025 erlas­se­ne Fort­bil­dungs­ver­ord­nung soll­te eigent­lich die Pfle­ge­qua­li­tät sichern, führt aber in der Pra­xis zu Frust, Mehr­be­las­tung und Wider­stand. Ohne aus­rei­chen­de Unter­stüt­zung durch Arbeit­ge­ber und kla­re Finan­zie­rung ist auch das zum Schei­tern verurteilt.“

Hin­zu kom­me, dass Rhein­­land-Pfalz im Gegen­satz zu ande­ren Bun­des­län­dern auf Zwangs­mit­glied­schaft set­ze: „In Bay­ern ist die Mit­glied­schaft frei­wil­lig, in Nor­d­rhein-Wes­t­­fa­­len finan­ziert das Land die Kam­mer – nur Rhein­­land-Pfalz belas­tet die Pfle­ge­kräf­te direkt. Das ist ein kla­rer Standortnachteil.“

Auch CDU-Lan­­des­­vor­­­si­t­­zen­­der und Spit­zen­kan­di­dat Gor­don Schnie­der hat­te jüngst betont: „Zwangs­mit­glied­schaf­ten ohne kla­ren Nut­zen sind weder zeit­ge­mäß noch fair gegen­über Pfle­ge­kräf­ten, die ohne­hin am Limit arbei­ten. Es braucht eine frei­wil­li­ge Mit­glied­schaft und eine star­ke Inter­es­sen­ver­tre­tung nach baye­ri­schem Vorbild.“

Anet­te Moes­ta macht deut­lich: „Pfle­ge­kräf­te leis­ten Enor­mes. Statt sie mit Büro­kra­tie und Bei­trä­gen zu über­zie­hen, brau­chen sie ech­te Ent­las­tung, Aner­ken­nung und bes­se­re Rah­men­be­din­gun­gen. Ein ein­fa­ches ‚Wei­ter so‘ darf es bei der Pfle­ge­kam­mer nicht geben.“