14. Juli 2025

Anette Moesta (CDU): „Kommunen im Kreis MYK brauchen echte Entlastung“

Zur soge­nann­ten Inves­ti­ti­ons­of­fen­si­ve der Lan­des­re­gie­rung erklärt die CDU-Lan­d­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­te Anet­te Moes­ta: „Die ange­kün­dig­ten Mit­tel sind ange­sichts der tat­säch­li­chen Not in unse­ren Kom­mu­nen bes­ten­falls ein kurz­fris­ti­ger Beru­hi­gungs­ver­such – eine nach­hal­ti­ge Finan­zie­rung sieht anders aus.“

Nach Plä­nen der Lan­des­re­gie­rung sol­len im Rah­men eines „Sofort­pro­gramms“ 600 Mil­lio­nen Euro in den Jah­ren 2025 und 2026 über den Kom­mu­na­len Finanz­aus­gleich an Land­krei­se, kreis­freie Städ­te und gro­ße kreis­an­ge­hö­ri­ge Städ­te mit eige­nem Jugend­amt ver­teilt wer­den. Was auf dem Papier groß­zü­gig wirkt, ent­puppt sich bei nähe­rer Betrach­tung als völ­lig unzureichend.

Der Land­kreis May­en-Koblenz steht aktu­ell unter Haus­halts­sper­re. Die Lage ist dra­ma­tisch: Liqui­di­täts­pro­ble­me, mil­lio­nen­schwe­re Defi­zi­te und über­plan­mä­ßi­ge Pflicht­auf­wen­dun­gen – allein im sozia­len Bereich spre­chen wir von über 12 Mil­lio­nen Euro Mehr­kos­ten“, so Anet­te Moes­ta mit Blick auf die jüngs­ten Infor­ma­tio­nen aus dem Kreistag.

Dass Orts­ge­mein­den, Städ­te und Ver­bands­ge­mein­den im Kreis leer aus­ge­hen, ist schlicht nicht hin­nehm­bar. Die­se Kom­mu­nen stem­men den Groß­teil der sozia­len Infra­struk­tur – von Kita über Sport­plät­ze, Schwimm­bä­der, Jugend- und Senio­ren­ar­beit bis hin zu Ehren­amt und Ver­eins­le­ben“, so die CDU-Abge­­or­d­­ne­­te. „Die Kom­mu­nen sol­len sich nach Auf­fas­sung der Lan­des­re­gie­rung wohl glück­lich schät­zen, dass die Umla­ge nicht wei­ter steigt – Gestal­tungs­spiel­räu­me blei­ben ihnen wei­ter­hin verwehrt.“

Anet­te Moes­ta kri­ti­siert, dass das Pro­gramm erneut auf Ein­mal­ef­fek­te set­ze, wie schon bei frü­he­ren Ankün­di­gun­gen im Rah­men des Zukunfts­pro­gramms oder KIPKI. „Ein lang­fris­ti­ger Plan, wie unse­re Kom­mu­nen aus der struk­tu­rel­len Unter­fi­nan­zie­rung geführt wer­den sol­len, ist wei­ter­hin nicht in Sicht. Dabei lau­fen nicht ohne Grund Kla­gen gegen den Kom­mu­na­len Finanz­aus­gleich – auch die­se soge­nann­te Offen­si­ve ändert nichts an den Ursachen.“

Die Rück­la­gen kom­men aus Rück­la­gen des Lan­des, da darf schon die Fra­ge gestellt wer­den, woher stam­men die­se Rück­la­gen? „Wir erle­ben hier ein Wahl­kampf­ma­nö­ver der Main­zer Ampf­el auf Kos­ten der Sub­stanz. Die Inves­ti­ti­ons­of­fen­si­ve mag Über­schrif­ten lie­fern – aber kei­ne ver­läss­li­che Zukunft für unse­re Städ­te und Dör­fer“, so Anet­te Moesta.

Die CDU-Lan­d­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­te for­dert statt­des­sen eine ech­te kom­mu­na­le Finanz­re­form mit dau­er­haf­ter Erhö­hung der Mit­tel und kla­rer Prio­ri­tä­ten­set­zung. „Wir brau­chen kei­ne PR-Bil­­der mit För­der­be­schei­den, son­dern eine ehr­li­che Part­ner­schaft auf Augen­hö­he. Ver­trau­en wir den Men­schen vor Ort, denn sie wis­sen am bes­ten, was ihre Stadt, ihr Dorf jetzt braucht.“