4. Novem­ber 2019

Chagall-Fenster in Mainz bewundert — Senioren-Union besucht Landtag und Kirche St.-Stephan

Einzi­gar­tig in Deutsch­land sind die Fen­ster der Stephan­skirche in Mainz, die ab 1978 von Marc Cha­gall gestal­tet wur­den, der sie als Beitrag zur jüdisch-deutschen Aussöh­nung ver­standen wis­sen wollte. Der dama­lige Pfar­rer von St. Stephan, Mon­signore Klaus May­er, gewann Cha­gall als Kün­stler. Bis zu seinem Tod 1985 schuf Cha­gall ins­ge­samt neun Fen­ster für den vorderen Teil der Kirche, die bib­lis­che Gestal­ten und Ereignisse vor einem in ver­schiede­nen leuch­t­en­den Blautö­nen gehal­te­nen Hin­ter­grund darstellen. Eine der bekan­ntesten Szenen ist die Ver­suchung von Adam und Eva im Paradies. Cha­gall ent­warf die Fen­ster und führte die Schwar­zlot­malerei eigen­händig aus. Diese Fen­ster von St. Stephan sind die let­zten Kirchen­fen­ster, die Cha­gall in seinem Leben schuf. Zu diesem kul­turellen High­light führte die sech­ste und let­zte Fahrt der Senioren-Union Ander­nach in diesem Jahr. Die Teil­nehmer erfuhren in ein­er ein­stündi­gen Führung weit­ere Details über die schwierige Her­stel­lung des Glaskunst­werks, das die Kirche in ein blaues, fast mys­tis­ches Licht taucht. Das Chor­mit­telfen­ster wurde als erstes einge­set­zt und am 23. Sep­tem­ber 1978 gewei­ht. Weit­ere Fen­ster fol­gten — ins­ge­samt neun Stück wur­den vom Kün­stler geschaf­fen. Sie bilden das größte Fen­ster-Ensem­ble und das einzige Glaskunst­werk in Deutsch­land von Cha­gall über­haupt.

Im Anschluss an die Führung kon­nten die Senioren aus Ander­nach noch dem soge­nan­nten „Inter­mez­zo“ lauschen. Um fünf Minuten vor 12 erfreute näm­lich der Organ­ist die Besuch­er der Kirche wie an jedem Mittwoch mit einem fün­fzehn­minüti­gen Orgel­spiel auf der Klais-Orgel, die vor einem Jahr erst eingewei­ht wurde. Danach war Mit­tagszeit ange­sagt und die Küche der Brauereigast­stätte „Eis­grub“ erwartete die hun­gri­gen Gäste mit gut bürg­er­lichen und typ­isch Mainz­er Gericht­en.

Als let­zter Pro­gramm­punkt war ein Besuch des Land­tags vorge­se­hen. Dort erfuhr die Gruppe, dass der eigentliche Sitz des Lan­despar­la­ments, das Deutschhaus, seit Dezem­ber 2015 umfassend saniert und an zeit­gemäße Infra­struk­tur angepasst wird. Daher wurde das Inter­im­squarti­er des Ple­narsaals im Stein­saal des Lan­desmu­se­um Mainz ein­gerichtet. Hier erfuhren die Teil­nehmer alles Wichtige über den aktuellen Land­tag und hat­ten anschließend im Ple­narsaal die Gele­gen­heit zu ein­er Diskus­sion mit ihrer Wahlkreis­ab­ge­ord­neten Hedi The­len. Frau The­len informierte über die aktuellen The­men der CDU-Frak­­tion, an deren Sitzung sie ger­ade teilgenom­men hat­te, und stand für die Fra­gen der Gäste aus Ander­nach zur Ver­fü­gung. Wie im Flug verg­ing die Zeit und mit vie­len neuen und inter­es­san­ten Ein­drück­en und Infor­ma­tio­nen beladen ging es anschließend zurück in die Heimat­stadt.