Kreisverband Mayen-Koblenz

Bardo Kraus zu Gast in Mayen

18.11.2011
Verband: SV Mayen

 


Lohndumping ist den CDA´lern im Kreisverband Mayen-Koblenz schon lange ein Dorn im Auge.

So war es nur folgerichtig, bei der vor Monaten in der CDA begonnen Diskussion über eine gesetzliche Lohnuntergrenze klar Stellung zu beziehen. Schon zum CDA-Landestag in Mainz im Frühjahr des Jahres waren es die CDU-Arbeitnehmervertreter aus Mayen- Kob-lenz, welche einen ersten Antrag in dieser Sache auf den Weg brachten.

Schließlich arbeiten in Deutschland über 20 Prozent der Beschäftigten im Niedriglohnsektor. 1,15 Millionen Beschäftigte im Land verdienen weniger als 5 Euro die Stunde und werden so zu Hilfeempfängern- zu sogenannten Aufstockern.

Eine breite Diskussion in der CDA und in der „Mutterpartei“, der CDU folgte. Breite Zustim-mung, rigorose Ablehnung, der Untergang der sozialen Marktwirtschaft, ein Quantensprung in der CDU-Arbeitnehmerpolitik - das waren die Reaktionen auf eine zu tiefst christliche Idee von einem durch Arbeit bestimmtes eigenständiges Leben für alle Beschäftigten.

Gut war es also, dass Bardo Kraus, der CDA-Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz nur we-nige Tage nach dem CDU- Landesparteitag in Bingen nach Mayen kam und sich den Fragen der hiesigen Arbeitnehmerschaft stellte.

Schließlich waren nicht alle mit dem dort gefundenen Kompromiss einverstanden. Hätten doch viele gern ein klares gesetzliches Regelwerk gesehen, das endlich Schluss damit macht, dass ganztags arbeitende Menschen weiterhin von staatlichen Hilfen abhängig sind.

Bardo Kraus verteidigte den gefundenen Kompromiss, der vorsieht, dass die Tarifpartner, also die Arbeitgeber und die Gewerkschaften zukünftig einträgliche Löhne dort aushandeln, wo die Tarifpartnerschaft bislang nicht funktioniert.

Kraus bezeichnete den Kompromiss als einen Einstieg, den es weiter zu entwickeln gelte, um der Ausdehnung tariffreier Bereiche entgegen zu wirken. Er zeigte sich optimistisch, dass sich die Tarifpartner hier sachgerecht einigen werden. Auch forderte der Landesvorsitzende eine angemessene Teilhabe an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland durch spürbare Lohnerhöhungen bei den anstehenden Tarifverhandlungen.

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hätten in den vergangenen Jahren viel Lohnverzicht leisten müssen, nun ist – auch im Interesse der Binnennachfrage und der Sozialkassen - die Zeit reif für anständige Lohnerhöhungen, so der Landesvorsitzende abschließend.


Auf dem Bundesparteitag der CDU in Berlin wurde die Einführung einer gesetzlichen Lohn-untergrenze in den oben schon beschriebenen Regularien mit großer Mehrheit auf den Weg gebracht. Nun muss sich diese Entscheidung für die Menschen im politischen Alltag bewähren!


Bild: v-li. Dieter Winkel, Bardo Kraus, Hans-Peter Siewert